Das ist etwas anderes: der Vermittlungsgutschein
Zwei Gutscheine im selben Paragrafen werden oft verwechselt. Der eine bezahlt jemanden, der dir eine Stelle sucht. Der andere bezahlt einen Coach. Ich helfe dir nur beim zweiten. Hier erkläre ich dir in Ruhe den Unterschied.
Stand: 17. September 2026 · § 45 Abs. 1 Nr. 3 SGB III · § 45 Abs. 7 SGB III
Warum diese Seite hier steht
Der Vermittlungsgutschein, im Amtsdeutsch AVGS MPAV, gehört nicht zu dem, was ich mache. Er steht trotzdem hier, weil er im selben Paragrafen geregelt ist, fast genauso heißt und deshalb oft gemeint ist, wenn jemand „AVGS“ sagt. Wer die beiden auseinanderhält, spart sich einen Termin mit der falschen Frage.
Der Unterschied in einer Tabelle
| Coaching (Nr. 1) | Vermittlung (Nr. 3) | |
|---|---|---|
| Kurzname | AVGS MAT | AVGS MPAV |
| Ziel | dich stark machen | dir eine Stelle vermitteln |
| Wer arbeitet | ein Coach mit dir | ein Vermittler für dich |
| Betrag | je nach zugelassener Maßnahme | 2.500 €, bei Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Behinderungen bis zu 3.000 € |
| Wann gezahlt | für die Maßnahme | erst nach erfolgreicher Vermittlung |
| Anspruch | Ermessen | Rechtsanspruch, wenn du länger als 6 Wochen arbeitslos bist und Anspruch auf Arbeitslosengeld hast |
| Rechtsgrundlage | § 45 Abs. 1 Nr. 1 | § 45 Abs. 1 Nr. 3, Abs. 4 bis 7 |
Die eine Zeile, die wirklich zählt
Beim Vermittlungsgutschein gibt es einen Rechtsanspruch (§ 45 Abs. 7 SGB III), wenn du länger als sechs Wochen arbeitslos bist und Anspruch auf Arbeitslosengeld hast. Dann muss die Agentur für Arbeit ihn ausstellen. Beim Coaching gibt es diesen Anspruch nicht. Dort entscheidet dein Berater beim Amt nach Ermessen.
Verwechselst du die beiden, gehst du mit der falschen Erwartung in den Termin. Du berufst dich auf einen Anspruch, den es für das Coaching nicht gibt. Dein Berater stellt das richtig, und das Gespräch dreht sich um den Fehler statt um dich.
„Vermittlung heißt: Jemand sucht eine Stelle für mich. Coaching heißt: Jemand macht mich stark, damit ich selbst eine finde.“
Beides kann sinnvoll sein, und das eine schließt das andere nicht aus. Was zu dir passen kann, zeigt dir der Klick-Check in zwei Minuten.Zwei Gutscheine, zwei Regeln.
Einen Rechtsanspruch gibt es nur für die private Arbeitsvermittlung (§ 45 Abs. 7 SGB III), nicht für das Coaching.
Ich vermittle keine Stellen. Wer einen Vermittler sucht, findet zugelassene über KURSNET, die Datenbank der Bundesagentur für Arbeit.
Ob du den Gutschein bekommst, entscheidet allein die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.
Deine Fragen
Kann ich beide Gutscheine bekommen?
Grundsätzlich ja, denn es sind verschiedene Leistungen. Was zu deiner Lage passt, entscheidet dein Berater beim Amt. Nacheinander ist üblicher als gleichzeitig.
Bekomme ich die 2.500 € ausgezahlt?
Nein. Das Geld geht an den privaten Arbeitsvermittler. Den ersten Teil bekommt er, wenn du über ihn eine Stelle gefunden hast und dort sechs Wochen arbeitest. Auf dein Konto kommt davon nichts.
Vermittelst du auch Stellen?
Nein. Ich bringe dich mit dem Coaching-Anbieter für das Karriere-Coaching zusammen. Stellen vergeben Arbeitgeber, und Vermittler suchen sie für dich. Ich bin weder das eine noch das andere.
Woran erkenne ich, welchen Gutschein ich habe?
Auf dem Gutschein findest du die Nummer aus dem Gesetz. Nummer 1 bedeutet Coaching, Nummer 3 Vermittlung. Steht dort MPAV, ist es der Vermittlungsgutschein.
Nach ein paar Klicks ist dein Fahrplan da. Ich rufe nur an, wenn du das möchtest.
Ob du den Gutschein bekommst, entscheidet allein die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter. Dein AVGS ist kein Amt und arbeitet unabhängig.